Tag 5 – Belize

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Comments are off Feb 4, 2016 AIDA Luna - Karibik 2016

Tag 5 – Belize
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Nadine hat Muskelkater vom Cocktail halten und wir sind in Belize. Bevor wir an Land gehen, haben wir einen Interview-Termin, was ziemlich cool ist, weil wir gefilmt werden und wir uns ein wenig wichtig fühlen. Martin und Carolin sind Profis und werden alles Rote aus dem Film hinterher rausfiltern. Denn unser Sonnenbrand ist gekommen, um zu bleiben. Aber zurück nach Belize. Belize, hab ich schonmal gehört, kann ich aber nichts mit verbinden. Es gibt tolle Ausflüge zum zweit größten Riff der Welt, in den Dschungel usw. Wir bleiben aber an Bord und beschliessen erst nachmittags, doch nochmal an Land zu tendern (Das bedeutet, dass man mit kleinen Booten vom weit draussen liegenden Schiff an Land gebracht wird. Bootstaxi. Macht echt Spass). Diesmal sind wir vorbereitet. Wir haben Geld gewechselt, sind eingecremt und werden uns nicht aus der Ruhe bringen lassen … Am Hafen ist es furchtbar laut. Eine Reggae Band hat die Verstärker auf Anschlag und das Grenzkontrollgebäude sieht aus wie zwei Dixieklos aus Holz. Es erinnert irgendwie auch an eine Blackbox. Man steckt was rein, schüttelt und irgendwas anderes kommt raus. Wir gehen vorbereitet rein, werden geschüttelt und kommen unvorbereitet wieder raus. Auf der Strasse stellen wir fest, dass wir keinen Stadtplan haben und irgendwie die einzigen sind, die das bunte Treiben auf dem Hafengelände verlassen haben. Wir laufen los und geraten in eine andere Welt. Wir sind in Mittelamerika, in der Karibik. Und wir sind die einzigen Touristen hier. Alle anderen sind dunkelhäutig, nur wir sind weiss. Und das müssen wir erstmal aushalten lernen. Wir haben das Gefühl, dass alle uns anstarren. Stimmt natürlich nicht, aber ich werde ab jetzt freundlicher zu anders colorierten Menschen in Deutschland sein, zumindest wenn sie alleine irgendwo rumlaufen. Auf jeden Fall ist das eine coole Erfahrung. Hier auf jeden Fall ist Urlaub nicht Urlaub sondern eine soziale Studie über Armut und Vorurteile. Aber nicht deswegen bleiben wir nur kurz in Belize-City, sondern weil es nämlich unfassbar schwül ist. Zurück am Hafen haben wir kurz Kreislauf und Nadine trinkt ihre erste frische Kokosmilch aus einer echten Kokosnuss und ist glücklich. Beim Abendessen setzen sich wichtige Hamburger zu uns an den Tisch. Vor allem er weiss viel und vieles besser und ist ein ganzer Mann. Bis seine Frau erzählt, dass er seit Beginn der Reise die gleichen Socken an habe und er auf ihre Frage hin, warum er denn die mittlerweile müffelnden Socken nicht wechseln würde, geantwortet hat, sie habe ihm ja nur 1 Paar eingepackt. Ab da läuft das Abendessen etwas ruhiger. Später an Deck unterhalte ich mich dann eine Weile mit einer netten Frau im Strandkorb. Nach einer Weile stelle ich fest, dass es eine Puppe ist und tue so, als hätte ich in mein Handy gesprochen. Einen Korb weiter fragt mich ein Mann erstaunt, ob ich Netz hätte. Klar, sage ich.